Wer unartig ist, wird am Schwanz gezogen

Das Wort von der "Affenliebe" ist nicht falsch. Das kleine Meerkatzen-Baby klammert sich fest in die Brusthaare der Mutter und saugt auch dann noch, wenn die Mama in großen Sprüngen davonrast.

Meerkatze
Meerkatze

Ist es ein wenig älter, so untersucht es die nächste Umgebung in unbeholfenen Schritten. Die Mutter will nichts riskieren. Damit ihr das Kind nicht davonläuft, hält sie es am Schwanz fest. Sie zieht es daran auch recht unsanft heran, wenn sie Gefahr wittert. Oft setzen sich zwei Mütter mit gleichalten Babys zusammen, lausen sich und ihre Kinder gegenseitig. Die Jungen benützen ihre Erziehungsberechtigten als Klettergestell und Spielplatz.

Eines Tages ist es dann soweit: Die Kinder dürfen außer Greifweite der Mutter mit Altersgenossen spielen. Dabei entwickeln sie Aktivitäten, die manchem alten Tier nicht behagen. Immer wieder wird ein Junges bedroht und rennt dann mit großem Geschrei davon. Obwohl dieser Lärm nur Getue ist, kommt die besorgte Mutter sofort angesprungen, um dem Sprößling zu helfen.

Nicht selten bringt solch ein Kinderstreich die ganze Gruppe in Bewegung. jeder jagt jeden, und es gibt sogar ernsthafte Beißereien, bis der Rudelchef eingreift und für Ruhe sorgt.

Oft schließen sich zwei bis drei Jungtiere zusammen und gehen selbständig auf Entdeckungsreisen. Dabei entwickeln sie beachtliche Intelligenz - wie die beiden, die ihrem Boß die Melone abjagten.