Zoologisches Stichwort

Orang-Utans

Orang-Utan
Orang-Utan

Der Orang-Utan (Pongo pygmaeus) gehört zur Familie Menschenaffen (Pongidae) in der Ordnung Herrentiere (Primates). Verwandtschaftlich steht dieser Menschenaffe dem Menschen am fernsten.

Orangs sind durch sehr lange, meist rötlichbraune Behaarung gekennzeichnet. Männchen sind deutlich größer als Weibchen. Während erstere bis etwa 100 kg schwer werden, erreichen letztere nur etwa 40 kg Gewicht. Außerdem haben erwachsene Männchen auffallende Backenwülste, die den Weibchen fehlen. Die Gesamtlänge des Körpers erreicht bei ausgewachsenen Männchen ungefähr 150 Zentimeter. Die Arme sind sehr lang. Bei großen Exemplaren klaftern sie etwa 225 Zentimeter. Orang-Utans sind Baumbewohner malaysischer Urwälder. Ihr Vorkommen ist heute auf die Sunda-Inseln Sumatra und Borneo beschränkt, und ihr Bestand muß als stark gefährdet angesehen werden.

Orangs bewegen sich vielfach schwingend durch den Urwald. Ihre Arme sind deshalb besonders kräftig entwickelt und sehr lang. Die Beine sind dagegen kürzer und schwächer als bei den übrigen Menschenaffen. Ihr Lebensraum ist auch nicht der Erdboden, sondern das Astwerk der Urwaldbäume.

Die Paarung wird mit Brummen und Brüllen der Männchen eingeleitet, dem "Gesang" der Orangs. Nach rund acht Monaten gebiert das Weibchen ein Junges, das zwar mit offenen Augen zur Weit kommt, aber nur etwa drei Pfund schwer und recht hilflos ist. Es klammert sich im Fell der Mutter fest und wird von ihr herumgetragen, wobei sie es zusätzlich mit einer Hand festhält. Das Junge wird drei bis vier Jahre lang gesäugt, aber bereits sehr früh mit vorgekauter Nahrung zusätzlich gefüttert. Mit etwa einem Jahr kann der junge Orang schon selbst Futter zu sich nehmen, wenn auch die Hauptmahlzeiten noch von der Mutter - in Form von Milch und Nahrungsbrei - "serviert" werden.

Während der Stillzeit ist die Orangmutter nicht empfängnisfähig. Orang-Utans werden mit ungefähr zehn Jahren geschlechtsreif und haben eine Lebenserwartung von etwa 30 Jahren. In der Gefangenschaft tritt die Geschlechtsreife manchmal schon mit acht Jahren ein, und die Lebenserwartung ist nicht selten höher als bei freilebenden Tieren.

Orangs ernähren sich in erster Linie von Urwaldfrüchten und anderer pflanzlicher Kost.