Abwehr-Chemikalien sind nicht zuverlässig

Von der amerikanischen Luftwaffe wurde zum Schutz abgeschossener Flieger ein Haifisch-Abwehrmittel entwickelt, eine in einem Beutel verwahrte Chemikalie: Kupferazetat.

Auch dieses testeten wir, als wir das Verhalten von Haien gegenüber blutenden Objekten untersuchten. Wenn kein Blut im Wasser war, erwies sich das Kupferazetat als wirkungsvoll. Haie, die in unserer Sichtweite waren, entfernten sich nach einer Weile, wenn wir das Mittel bei uns trugen. Der ausströmende Geruch stieß sie ab. War jedoch gleichzeitig Blutgeruch im Wasser, dann verlor die Chemikalie ihre Wirkung. Wir steckten einem der von uns getöteten Fische einen Beutel mit Kupferazetat ins Maul - und filmten dann, wie der Hai diesen Fisch samt dem Beutel verschlang. Es wurden Harpunen mit Aufschlagzündern entwickelt, mit denen man auch große Haie ohne Schwierigkeiten töten kann. Gelingt es, so nahe an sie heranzukommen, daß man sie mit dem Stock erreicht, dann detoniert das Geschoß und wirkt, besonders wenn man den Kopf trifft, fast augenblicklich. So hat man, zumal an den australischen Küsten, viele Haie getötet - noch mehr jedoch durch feinmaschige Netze, in denen sich der Hai mit den Kiemenspalten an den Kopfseiten verfängt und in denen er dann jämmerlich zugrundegeht. In weiten Bereichen wurden die Haie so ausgerottet - überwiegend harmlose Arten, deren Vernichtung das ökologische Gleichgewicht in den Küstenzonen empfindlich stört.

Der normal im Meer Badende - das kann nicht oft genug wiederholt werden - setzt sich einem nur ganz minimalen Risiko aus. Es ist sicher um das zehn- oder hundertfache geringer als jenes, welches das Benützen eines Autos mit sich bringt. Weit ins Tiefe hinauszuschwimmen, ist nicht zu empfehlen - schon deshalb, weil man ja auch einen Krampf erleiden oder aus anderen Gründen ertrinken kann. Taucher, die Fische harpunieren, begeben sich in Gefahr also ist es zweckmäßig, das zu unterlassen. Dies um so mehr, als durch die Unterwasserjagd mit mechanischen Schußwaffen allzu viele Fische vernichtet werden und die für den Sporttaucher so schönen Unterwasserlandschaften veröden. Wer sich mit dem Tauchgerät in exponierte Gegenden vorwagt (Steilküste, größere Tiefe, Korallenmeere), tut gut daran, einen Haifisichstock mit sich zu führen - die beste Länge ist 1,20 Meter. Dazu kann ein ganz gewöhnlicher Stock oder Besenstiel verwendet werden. Er muß nur mit einer stumpfen Spitze versehen sein. Befestigt man an der Rückseite eine Schlinge, durch die man den Arm zieht, dann stört er beim Schwimmen oder Fotografieren nicht. Und tritt wirklich der seltene Fall ein, daß ein Hai unbequem näher kommt, dann stößt man ihm mit dem Stock gegen die Nase.

Hai