Die großen Flossen wurden angezüchtet

Kampffisch

Die Schleierflossen sind eine Errungenschaft jüngster Entwicklung im Stammbaum der gezüchteten Kampffische.

In freier Natur gibt es praktisch nur kleinflossige Tiere, weil die großflossigen nicht so beweglich sind und deshalb ihren Feinden leichter zum Opfer fallen. Ebenso wie die vielen bunten Farben trat diese Flosseneigenschaft erst um die Jahrhundertwende auf. In dieser Zeit wurden die ersten Schleierkampffische nach Europa importiert, und die große Nachfrage nach den herrlichen Tieren ermöglichte eine planmäßige Zucht in Richtung Farbenpracht und Schönheit. Heute trifft man in den Zoohandlungen auf alle Farben in den vielfältigsten Kombinationen. Sogar radioaktive Bestrahlung wurde angewendet bei dem Versuch, schwarze Schleierkampffische zu erzielen.

Die Nachfrage der Aquarianer in aller Welt richtet sich vorwiegend auf brillante Farben und schöne, große Flossen. Das Kampftalent ist kaum noch gefragt. Tatsächlich hat das abgewandelte Zuchtziel auch die Grundeigenschaft des Kampffisches abgeschwächt. Seit er ein Zierfisch und damit zu einer Art Haustier geworden ist, hat seine Kampfwut erheblich nachgelassen. (Von den Siamesen werden hingegen - trotz des Verbots öffentlicher Schaukämpfe - nach wie vor kurzflossige Kämpfer gezüchtet und in Thai-Whiskyflaschen auf dem Markt angeboten. Die Kämpfe sind in Fernost immer noch nicht ganz ausgestorben. Freilich: Ihren, Höhepunkt hatte die Wettbegeisterung in früheren Jahrhunderten. Das planmäßige Herauszüchten von Kampfeigenschaften lohnte sich für einen erfahrenen Züchter sehr.