Eine dicke Haut haben sie

Eines Nachts fotografierte ich einen Bullen, der in einem Hotelgarten weidete.

Vorsichtshalber hielt ich mich hinter einem VW-Käfer versteckt. Der Bulle begann nach dem ersten Lichtblitz mit drohendem Gähnen. Als er mich dadurch nicht einschüchtern konnte, griff er an; er biß durch die Motorhaube hindurch auf den Motorblock und verbog einige Teile.

Flusspferd

Auch untereinander sind die Flusspferde oft sehr aggressiv. Innerhalb der Herde gibt es Tiere, die eine ausgesprochene Aversion gegen andere haben. Meist halten sich zwar die Widersacher an entgegengesetzten Plätzen auf, doch immer wieder pirscht ein Bulle unter Wasser an seinen Rivalen heran und bedroht ihn mit weit aufgerissenem Maul. Der Herausgeforderte flieht entweder, oder er erwidert das drohende Gähnen. Das ist dann der Anfang einer höchst seltsamen Zeremonie, die meines Wissens keine Parallele in der Tierwelt hat. Beide Bullen stellen sich gegenüber und veranstalten einen Wettkampf, indem sie fortgesetzt Kot und Urin von sich geben. Den Unrat verwirbeln sie mit dem propellerartig bewegten Schwanz in der ganzen Umgebung. Wer zuerst mit seinem Vorrat am Ende ist, hat verloren. Meist flieht er - auch wenn er der stärkere Bulle ist. Bleibt er, dann wird er angegriffen. Dabei entbrennen oft heftige Kämpfe. Mit den riesigen Eckzähnen der Unterkiefer schlagen sich die Tiere tiefe Wunden. Erstaunlicherweise bluten die klaffenden Risse in der Schwarte kaum; man erkennt, daß eine mächtige, weiße Speckschicht unter der Haut liegt, die nur wenig durchblutet ist. Mit der sprichwörtlich dicken Haut des Nilpferds hat es schon seine Richtigkeit.

Auffallend ist übrigens, daß der Verlierer beim Fäkalienschleudern einen derartigen Minderwertigkeitskomplex bekommt, daß er dann nur noch defensiv kämpft.

Flusspferde im seichten Wasser
Tagsüber liegen die Flusspferde im seichten Wasser. Nur die Augen, die Nasenlöcher und die Ohren schauen heraus. Dabei bestehen die großen Herden aus bis zu fünfzig Weibchen und Jungtieren, während die Bullen einzeln in der Nähe der Herden leben oder, wenn sie sich gegen die Hauptbullen nicht durchsetzen konnten, in Tümpel emigrieren, wo man häufig auch eine kleine Herde von Junggesellen antrifft.