Stocktänze zeigen, wie man sich verteidigt

Die Rinderhirten finden über die Pußta verstreut kleine strohgedeckte Lehmhütten, die sie für die Zeit bewohnen, während der sie in diesem Gebiet weiden.

Holz ist rar auf der Pußta, also sammeln sie die getrockneten Kuhfladen ("Hortobágyer Brikett" nennen sie das) und kochen darüber im Kessel ihre einfachen Speisen.

Heute arbeiten die Männer in 24stündiger Wechselschicht; früher kamen sie oft wochenlang nicht ins Dorf. Von der traditionellen Tracht der Rinderhirten sind bis heute geblieben der breitkrempige schwarze Filzhut, die schwarze Tuchweste mit Silberknöpfen, der buntgestickte Capemantel (Szür), die bodenlange Schuba aus Schafpelz und der kurze Knotenstock, Stütze des Hirten beim Stehen und Hocken. Mit ihm kann er im Notfall den Angriff der Hörner einer wütenden Kuh abwehren, indem er ihn mit beiden Händen quer vor sich hält. Man sieht solche Griffe und Paraden auch noch in den uralten Stocktänzen der ungarischen Rinderhirten.

Unersetzlicher Helfer des Hirten ist der Puli, eine kleine schwarze, flinke Hunderasse, die ursprünglich bei den Schäfern diente, aber auch mit den Graurindern ausgezeichnet fertig wird. Wir sahen einmal, wie ein Puli einen Stier näher herantreiben sollte. Der parierte nicht gleich. Wie ein Teufel sprang der kleine Hund dem mächtigen Tier auf den Nacken und setzte so seinen Willen durch.

Hirte