Als Haustier wären sie sehr nützlich

Dieses wehrhafte Landwild der Arktis, zoologisch "Ovibos moschatus", halb Schaf, halb Rind, ist bis 1,30 m hoch.

Moschusochse
Zwei Bullen in Alaska - sie haben eben einen Sturm hinter sich
Moschusochse

Vilhjalmur Stefansson, berühmter kanadischer Polarforscher, schlug vor fünfzig Jahren vor, es nach dem Vorbild des längst domestizierten Ren ebenfalls zum Haustier zu machen, um die Naturweiden der arktischen Tundren - Millionen Quadratkilometer - planvoll zu nutzen. Die Überlebenden aus ferner Vorzeit waren, wie Höhlenzeichnungen beweisen, einmal in Südwesteuropa beheimatet und zogen sich mit dem zurückweichenden Eis nach Norden zurück.

Im Winter leben sie von Tiefgekühltem

Sommerüber durchstreifen Moschusochsen in Rudeln bis zehn oder zwölf Stück ihr karges Weideland. (Im Winter hat man Herden bis hundert beobachtet, deren erwachsene Stücke, ganz eng aneinandergefügt, bei schweren Blizzards ihre Hinterteile der Sturmfront zukehren und so ihrem Nachwuchs guten Schutz gegen die schneidende Kälte bieten.) Ihre Äsung besteht aus den Niederpflanzen der baumlosen Tundra. Winterüber stehen die Herden auf Hügelrücken, weil der Wind hier den pulverfeinen Schnee wegweht und tiefgefrorene (alle lebenswichtigen Ernährungsgrundstoffe enthaltende) Äsung freihält. Mit ihr und dem im Sommer angesetzten Feist (vornehmlich in der Nackenpartie) überstehen die Schafrinder erstaunlich gut den Winter.