Menschen sind Feinde

Leider hat das Warzenschwein im Menschen einen Feind, der es oft mit sinnloser Tötungswut verfolgt.

Warzenschwein

Im Norden sind es die moslemischen Jäger, die es töten, aber nicht essen dürfen, da es als unrein gilt. In den Viehzuchtgebieten des Südens und Südostens sind es oft die verantwortlichen Ministerien für Landwirtschaft und Viehzucht, die ganze Landstriche vom Wild leerschießen lassen, wenn wieder einmal jemand die zweifelhafte Theorie anbringt, daß rentable Viehzucht bei gleichzeitigem Wildbestand nicht möglich sei. Aber wir sahen schon: So leicht sind die Tiere glücklicherweise gar nicht auszurotten. Warzenschweine werfen im allgemeinen drei bis vier Junge. Ich habe aber auch schon bis zu sieben Ferkel mit einer Bache gesehen. Die Tiere leben in kleinen Familienverbänden, die im allgemeinen aus Keiler, Bache und heranwachsenden Jungtieren bestehen. Oft tun sich auch einige Familienverbände zu einer Rotte zusammen, die aber kaum mehr als zehn Tiere umfaßt. Einzelne Warzenschweine sind meist alte Keiler, die auch recht mürrisch und aggressiv sein können.

Warzenschweine sind sehr scheu und stets fluchtbereit, denn sie haben viele Feinde. Von Löwen und Leoparden werden sie stark verfolgt, doch kann man sie nur im Überraschungsangriff von hinten überrumpeln: Sobald sie sich stellen und den Kopf mit den gefährlichen Waffen gegen den Feind richten können, läßt dieser meist vom Angriff ab.

Einmal beobachtete ich zwei Löwinnen, die eine trinkende Bache anschlichen. Aus zwanzig Metern griff die eine Löwin an und warf das überraschte Warzenschwein um. Doch es war noch nicht bezwungen: Blitzschnell drehte es sich auf den Rücken und schlug mit seinen Waffen, den großen Eckzähnen, wild um sich. Die Löwin mußte schließlich den Kampf aufgeben. Das Warzenschwein trollte sich, offenbar unversehrt. Die Löwin schlich davon und leckte noch lange ihre Beine und ihren Bauch.