Zoologisches Stichwort

Ameisenlöwen

Ameisenlöwe

Die Familie der Ameisenjungfern (Myrmeleonidae) gehört - wie die Florfliegen - zu den Echten Netzflüglern oder Haften (Planipennia). Die Hauptmenge der Arten - es sind bisher etwa 1200 bekannt - lebt in den Subtropen und Tropen. In Mitteleuropa findet man nur fünf Arten. Sie sind mittelgroß, ihre Flügelspannweite schwankt je nach Art zwischen 50 und 120 Millimeter. Die in ihrem ganzen Körperbau etwas an Libellen erinnernden Insekten besitzen vier zarte, sehr stark geaderte Flügel, die zuweilen bräunliche Flecken tragen. Ihr Flug ist im Gegensatz zu dem der Libellen flatternd und unbeholfen. Tagsüber ruhen die Tiere meist im Gebüsch verborgen, erst bei Dunkelheit kommen sie hervor und machen Jagd auf andere kleine Insekten, nehmen aber während ihres kurzen, nur ein paar Wochen dauernden Lebens wenig Nahrung zu sich. Die Männchen kommen auch zum Licht.

Die Larven der Ameisenjungfern heißen Ameisenlöwen. Allgemein bekannt sind ihre Fangtrichter im Sand, in denen sie Beute - meist Ameisen, aber auch andere Kerbtiere - fangen. Sieht man bei uns solche Trichter, dann handelt es sich meist um Myrmeleon formicarius, der im Juli und August, manchmal auch schon etwas früher oder noch später, fliegt. Die Flügel des Vollinsektes sind ganz glasig durchsichtig, während die verwandte Art, Myrmeleon europaeus, eine Anzahl hellbrauner Flecken im Flügel besitzt.

Aber nicht alle Ameisenlöwen bauen solche Trichter; so leben die Larven unserer größten Art, Acanthaclisis occitanica - die Jungfern erreichen eine Flügelspannweite bis zu 115 Millimeter -, oberflächlich im Sand oder auch im Mulm alter Bäume. Sie spüren die Erschütterungen vorbeilaufender Opfer und schnappen zu.

Die Ameisenlöwen leben zwei oder drei Jahre, das hängt allerdings auch von der Witterung und vom Nahrungsangebot ab. Sind sie - meist nach ein- oder zweimaliger Überwinterung voll ausgewachsen, dann verpuppen sie sich in einem kugelförmigen seidigen Kokon, der mit Sandkörnchen umgeben wird. Die Jungfern schlüpfen meist Ende Juni bis Juli.

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