Zoologisches Stichwort

Hoplias

Die Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) - die Fühler aller 20 000 weltweit verbreiteten Arten tragen an der Spitze blattförmige Lamellen - wird in zahlreiche Unterfamilien aufgegliedert: von manchen Spezialisten werden sie auch als eigene Familien angesehen. In ihrer Biologie sind die einzelnen Gruppen recht verschieden. Die deutschen Namen deuten das schon an: Erd-, Mist-, Kot-, Dung-, Rosen-, Mai-, Pinsel-, Nashornkäfer.

Eine dieser Unterfamilien sind die Hopliinae, die in unserer heimischen Fauna nur mit einer Gattung vertreten sind: Hoplia. Einen deutschen Namen tragen die zugehörigen mitteleuropäischen Arten nicht, sie ähneln kleinen, etwa 8 mm großen Maikäfern. Die meisten sind unscheinbar gelbbraun, braun oder schwarz beschuppt, nur wenige tragen glänzende und bunte Schuppen.

Die Käfer fressen an Blättern verschiedener Bäume und Sträucher oder an Gras. Die Weibchen legen die Eier in den Boden. Die Larven - Engerlinge wie bei allen Scarabaeiden - leben im Boden und fressen Pflanzenwurzeln.

Hoplia coerulea ist auf der Iberischen Halbinsel, in Frankreich und der Westschweiz beheimatet. In Deutschland kommt die Art nicht vor. Männchen und Weibchen sind verschieden gefärbt. Die Oberseite der Männchen glänzt azurblau, die Unterseite ist silbrig oder goldig beschuppt. Wenn die Tiere auch nur 8-10 mm groß sind, gehören sie doch zu den schönsten Käfern überhaupt. Man findet sie Ende Mai oder im Juni an Gräsern oder anderen Pflanzen. Die Weibchen, die man nur selten zu Gesicht bekommt, sind viel unscheinbarer. Nur ihre Unterseite glänzt ähnlich wie bei den Männchen, ihre Oberseite ist dagegen mattbraun.

Eigentümlich sind die ungespaltencn Klauen an den Beinen, die an kleine "Steigeisen" erinnern. Die Hinterbeine der Männchen sind ganz besonders stark und kräftig.