Der Maiglöckchen-Vetter mit den roten Beinen

Wer im Wald einen Maiglöckchenstrauß pflückt, wird gelegentlich bemerken, dass einige Blütenglöckchen angefressen sind. Er wird sie stehenlassen; sie sind nicht schön anzusehen.

Man sollte die Pflanzen in der Umgebung nach dem Übeltäter absuchen! Vielleicht findet man den Käfer, wie er an einem Blatt sitzt oder sogar an einer Glocke frisst Lilioceris merdigera ist ein naher Verwandter des Lilienhähnchens; er sieht ihm auch täuschend ähnlich, nur sind seine Beine rot wie seine Flügeldecken (das Lilienhähnchen hat schwarze Beine). Auch in ihrer Biologie sind sich die beiden Arten ähnlich, aber ihr Geschmack ist verschieden: Der eine mag Lilien, der andere Maiglöckchen.

Lema melanopus
Lema melanopus, der "stahlblaue Blattkäfer"

Lilienhähnchen und viele ihrer Verwandten in der Unterfamilie der Blatthähnchen sind sehr schöne Tiere. Man übersieht sie meist, weil sie kaum einen Zentimeter groß werden: etwas für den, der gerne mit dem Vergrößerungsglas auf Entdeckungen ausgeht.

In der weiteren Familie der Blattkäfer gibt es, vor allem in den Tropen, Käfer, die so faszinierend erscheinen, dass man sie sogar zu Schmuckstücken verarbeitet. Dazu gehört beispielsweise der metallisch grün glänzende brasilianische Desmonota variolosa. Er wird häufig wie ein Smaragd in Edelmetall gefasst und als Pretiose getragen.

Lema lichenis

So fein geht man bei uns mit den heimischen Blatthähnchen nicht um, doch sind auch sie es wert, näher betrachtet zu werden. Die Lema-Arten zum Beispiel sind ebenfalls sehr hübsche Vertreter der Insektenwelt - hier rechts Lema lichenis.