Zoologisches Stichwort

Lilienhähnchen

Die Blatthähnchen (Criocerinae) bilden eine Unterfamilie der Blattkäfer (Chrysomelidae). "Hähnchen" heißen sie, weil die Käfer bei Beunruhigung zirpende Laute hervorbringen, die durch das Aneinanderreiben von Chitinleisten auf dem Rücken des letzten Hinterleibsegments und der Unterseite der Flügeldecken hervorgebracht werden. Drei Gattungen sind in unserer heimischen Fauna vertreten. Die drei Arten der Gattung Lilioceris (Lilienhähnchen) leben vor allem an Lilien, gelegentlich auch an Maiglöckchen, Weißwurz, Kaiserkrone und sogar an Zwiebeln. Die 6 bis 8 mm großen Käfer sind leicht an ihren stets einfarbigen rotgelben Flügeldecken zu erkennen.

Eigelege
Eigelege

Die vier Vertreter der Gattung Crioceris findet man an Spargel (Spargelhähnchen). Sie sind nur 5 bis 6,5 mm groß, auf der Oberseite metallisch glänzend, die Flügeldecken mit Punkten oder Flecken versehen, deren Anordnung und Größe bei den einzelnen Arten sehr variabel ist.

Von den sechs heimischen Lema-Arten sind zwei als Getreidehähnchen bekannt, da sie an Getreideblättern fressen; die anderen leben an verschiedenen niederen Pflanzen. Die Käfer sind meist nur 3 bis 4 mm (selten maximal 5,5 mm) groß, ihre Flügeldecken sind einfarbig metallisch grün, blau oder schwarz. Die Blatthähnchen verbringen den Winter als Käfer in geschützten Verstecken. Im Frühjahr kommen sie hervor, fliegen zu einer Futterpflanze und benagen deren Blätter. Nach diesem Reifefraß legen die Weibchen ihre Eier ab.

Die Larven fressen an der gleichen Pflanze wie die Elterntiere und können bei starkem Auftreten erhebliche Schäden an Lilien, an Getreide, an Spargel oder in Zwiebelkulturen anrichten. Die Afteröffnung der Larven ist nach dorsal verschoben, sie liegt auf der Oberseite des letzten Segments, die Öffnung ist nach vorn gerichtet. Der abgegebene Kot wird darum auf dem Rücken abgelagert und überzieht meist die ganze Larve.