Bestattungsunternehmer

Wenn sie Leichen vergraben, tun sie es nicht aus Pietät, sondern für den Nachwuchs. Daß sie damit eine Aufgabe der Gesundheitspolizei übernehmen, ist ihnen nicht wichtig. Aber uns.

Totengräber

Wenn man den Namen "Totengräber" hört, kann einem schon das Gruseln kommen. Und der Name bedeutet auch, was er sagt: Die Käfer, um die es hier geht, vergraben Leichen. Sie gehören zu den Müllmännern unter den Insekten sie sorgen dafür, daß Abfall, Aas und Kehricht verschwinden und wieder in den großen Kreislauf der Natur zurückgeführt werden.

Totengräber bekommt man nur zu Gesicht, wenn man eine Tierleiche findet. An ihr machen sich die Käfer zu schaffen. Daß sie die Kadaver beerdigen, konnte man bereits Mitte des 18. Jahrhunderts bei August Johann Roesel von Rosenhof lesen - in seinem mehrbändigen Werk "Insekten-Belustigungen".

Aus welchem Grunde aber das Aas vergraben wurde, war den alten Naturbeobachtern nicht ganz klar. Ein Freund Roesel von Rosenhofs schrieb ihm: "Warum diese Käfer dergleichen Aeser so mühsam in die Erde vergraben, habe ich nicht erforschen können: Denn ich niemalen an dem Körper etwas verzehrt gefunden."

Ein befreundeter Apotheker war mit seinen Beobachtungen schon auf dem richtigen Wege, als er 1755 in einem Brief mitteilte, "daß es nicht um ihres Frasses willen seyn müßte, daß sie so viele Arbeit anwendeten, auch weil das Thier noch ganz; solches aber zu öffnen, hielte mich theils meine Unerfahrenheit in diesen Sachen, theils eine Entwohnung meiner Nase vor dergleichen Geruch, ab".

Roesel von Rosenhof führte im Jahr 1755 selbst Versuche durch und erkannte, daß die vergrabenen Äser den Larven der Käfer als Nahrung dienten. Das zuvor seines Geruches wegen Muskuskäfer genannte Tier wurde jetzt als "der mit Recht sogenannte Todengräber" vorgestellt.