Zoologisches Stichwort

Faltenwespen

Wespe

Die Familie der Faltenwespen (Vespidae) gehört zur Insektenordnung der Hautflügler (Hymenoptera), zu denen unter anderem auch Ameisen und Bienen zählen. Wie bei vielen ihrer Verwandten, die man unter dem Namen Stechimmen (Aculeata) zusammenfaßt, ist bei den Faltenwespen das Legrohr zu einem Wehrstachel (Giftstachel) umgebildet worden. Das Ei tritt aus einer Körperöffnung an der Basis des Stachels aus. Dieser Herkunft wegen können bei den Stechimmen (zu denen auch Ameisen, Hummeln und Bienen gehören) nur die Weibchen stechen; die Männchen kann man ohne Gefahr in die Hand nehmen - falls man sie von ihren Weibchen unterscheiden kann. Ein weiteres Merkmal aller Aculeaten ist die "Wespentaille", eine Einschnürung zwischen dem ersten und zweiten Hinterleibs-Segment.

Bei den Faltenwespen (Vespidae) gibt es solitär (einzeln) lebende Arten, wie Lehmwespen, Mauerwespen, Pillenwespen, außerdem solche, die kleine oder große Staaten bilden. Die Arten in der Unterfamilie der Feldwespen (Polistinae) bauen einzelne hüllenlose Waben, die aus mehreren Zellen bestehen.

Nur die Arten der Unterfamilie der Echten Wespen (Vespinae) leben in großen, volkreichen, aber nur eine Vegetationsperiode bestehenden Nestern. Früher zählte man alle bei uns vorkommenden Arten, die ausnahmslos gelb oder gelbrot bis bräunlich und schwarz gefärbt sind, zur Gattung Vespa. Die moderne Systematik unterteilt nach besonderen äußeren Merkmalen unsere Wespen in verschiedene Gattungen (selbst Spezialisten sind da verschiedener Meinung). Nur die Hornisse wird allgemein als Vespa crabro in der ursprünglichen Gattung belassen, die anderen Arten verteilen sich auf Dolichovespula und Paravespula oder Vespoida.

Wespe
Wespe

Der Lebenszyklus der Echten Wespen ist bei allen der gleiche: Befruchtete Weibchen (Königinnen), die in einem Versteck einzeln den Winter überlebt haben, gründen im Frühjahr einen neuen Staat. Die ersten Larven werden von der Mutter aufgezogen. Die dann immer zahlreicher werdenden Arbeiterinnen übernehmen alle Arbeiten im Stock und außerhalb davon. Sie bauen, halten Wache, pflegen den Nachwuchs und tragen Futter in den Stock. Erst im Sommer werden befruchtungsfähige Weibchen und Männchen (Drohnen) herangezogen. Sie verlassen das Nest und paaren sich mit Angehörigen anderer Völker. Danach zerfällt der alte Staat, die Männchen sterben ab, und nur die Weibchen überwintern, um im nächsten Frühjahr jeweils wieder einen Staat zu gründen.