Zoologisches Stichwort

Biber

Die Familie Biber (Castoridae) enthält nur eine Art, den Biber (Castor fiber). Der Nordamerikanische Biber (Castor canadensis) wird heute als geographische Unterart des Bibers angesehen. Der Biber ist eines der größten Nagetiere der Erde. Mit seinem kellenartig breiten Schwanz ist er unverkennbar. Er wird etwa einen Meter lang, der Schwanz ungefähr 30 bis 35 cm. Das Gewicht ausgewachsener Tiere beträgt um 30 kg. Zwischen den Zehen der Hinterfüße hat der Biber Schwimmhäute. Sein Pelz ist dicht und besteht aus kräftigem Grannen- und dicht gekräuseltem Wollhaar. Biber sind ausgezeichnete Schwimmer.

Castor fiber kommt in Skandinavien, im östlichen Europa sowie in Südfrankreich (Mündungsgebiet der Rhone) vor. In Deutschland gibt es ihn noch an der Elbe. Seit einigen Jahren laufen Versuche, Biber in Süddeutschland wieder einzubürgern. Die Versuche in Bayern waren bisher sehr erfolgversprechend. Außerdem gibt es den Biber im nördlichen Asien sowie in Nordamerika. Auwälder und aufgelockerte Waldungen mit "Weichhölzern" und Unterwuchs in der Nähe größerer Gewässer sind Lebensräume der Biber. Sie beeinflussen den Wasserstand, indem sie Dämme bauen. Dazu sowie zum Bau ihrer Wohnburgen fällen sie kleinere Bäume und schleppen deren Äste zum Wasser. Die südfranzösischen Biber, die in Schluchten von Nebenflüssen der Rhone leben, bauen ihre Burgen vielfach im Ufer der Gewässer und oft in Felsspalten. Der Eingang ist immer unter der Wasseroberfläche. Zum WohnkesseI führt ein Luftschacht.

Biber
Biber

Biber leben in Familienverbänden. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv. Wo sie nicht gestört werden, kann man sie auch am Tage sehen. Männchen und Weibchen leben in Einehe. Die Fortpflanzungszeit fällt in den Spätwinter, besonders in die Monate Februar und März. Die Tragzeit beträgt 105 bis 107 Tage. Das Weibchen wirft nur einmal im Jahr junge. Die meist zwei bis drei jungen werden mit offenen Augen geboren und etwa acht Wochen lang von der Mutter gesäugt. Sie bleiben dann noch etwa drei Jahre im Familienverband, ehe sie sich selbständig machen. Mit vier Jahren werden sie geschlechtsreif.

Biber werden etwa 15 bis 20 Jahre alt. Die Nahrung besteht aus Wasserpflanzen, Rinde und Holz von sogenannten Weichhölzern sowie aus anderer vegetarischer Kost. Nicht selten fällen Biber auch große Bäume, um sich von deren Zweigen zu ernähren oder sie zum Bau von Burgen und Dämmen zu verwenden. Dabei kann der Biber Äste bis zu zwei Meter Länge transportieren.