Bergeidechsen sind anders

Mit der Bergeidechse war es anders. Dieses Weibchen fand ich im August bei Dinkelsbühl am Waldrand - sehr prall und dick. Ich nahm das Tier mit nach Hause und setzte es in das Terrarium.

Bergeidechse
Eidechse

Es war um diese Zeit ziemlich kühl. Deshalb leuchtete ich mit einer Wärmelampe hinein. Die Eidechse legte sich auf einen Stein und setzte ihren schwangeren Körper den Wärmestrahlen aus. So ging das vier Tage lang. Und dann sah ich - eigentlich mehr zufällig -, wie sie ihren Hinterleib in die lockere Erde eingrub. Eine Stunde später kam ich wieder hinzu. Da hatte sie etwas in einer kleinen Mulde abgelegt: ihre Jungen.

Möglicherweise ist das Eingraben der Rest einer vererbten Instinkthandlung aus einer Zeit, als auch die Bergeidechse noch Eier legte, die sie in der Erde verbarg. Denn den lebendgeborenen Jungen nützt das Eingraben ja nichts. Übrigens sind diese Jungen nicht ganz nackt: Ihr Körper ist mit einem feinen, durchsichtigen Häutchen überzogen, das sofort gesprengt wird - vielleicht sind das die letzten Erinnerungen an eine Eihaut.  Eine Bergeidechsen-Mutter: oben vor der Geburt; rechts nachdem sie soeben zwei Junge zur Welt gebracht hat, die sich gerade aus ihrer durchsichtigen Umhüllung befreien.

Bergeidechse mit Nachwuchs
Bergeidechse mit Nachwuchs, der sich gerade aus seiner durchsichtigen Umhüllung befreit