Bei den alten Windjammern, den Segelschiffen auf Australientour, war das sicher nicht anders: Der Albatros, der dem Schiff beständig folgte, der im Lauf der Wochen ein guter Freund wurde und Anlass zu vielen Erzählungen und Legenden gab - dieser Albatros war vermutlich auch jeden Tag ein anderer. Schließlich brauchen Albatrosse das Schiff nicht, um voranzukommen. Sie sind auch ohne solche Hilfe hervorragende Segler.

Albatros
Das Fotos oben zeigt die Situation auf den Falklandinseln. Dort, in der Nähe der Südspitze von Südamerika, brüten Schwarzbrauen-Albatrosse und Felsen-Pinguine bunt durcheinander.
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Freund Albatros war jeden Tag ein anderer

Das müssen sie auch sein, um sich in der Luft halten zu können. Die herkömmliche Art des Vogelflugs - das Flattern mit den Schwingen - wäre für Albatrosse recht schwierig. Links und rechts je ein Flügel von anderthalb Meter Länge - damit flattert sich's nicht so leicht. Man merkt es, wenn ein Albatros startet: Wie ein alter Hochdecker nimmt er, mit seinen kurzen Beinen mühsam dahineilend, gegen den Wind Geschwindigkeit auf, bis er seine Flügel einsetzen kann und mit ein paar Schlägen Höhe gewinnt. Zu mehr wäre er kaum imstande - den Rest müssen Gegenwind und natürlicher Auftrieb besorgen: Albatrosse legen ihre Niststätten wohlweislich in windigen Höhen an. Diese Naturfaktoren auszunutzen. "dynamisch" zu segeln - darin ist der Albatros unschlagbar. Offenbar vermag er Druckunterschiede in der Luft, Windrichtungen und Geschwindigkeiten exakt wahrzunehmen, sie zu verarbeiten und in seinem individuellen Flugprogramm zu nutzen. Möglicherweise helfen ihm dabei die röhrenförmigen Nasenöffnungen links und rechts am Schnabel, von denen manche Wissenschaftler vermuten, dass sie nach dem Prinzip der Staudruckmesser bei Flugzeugen Windgeschwindigkeiten feststellen können.