Zoologisches Stichwort

Albatrosse

Albatrosse sind eine Familie (Diomedeidae) in der Ordnung Röhrennasen (Procellariiformes). Unter ihnen findet man Arten mit einer Flügelspannweite bis zu 3,60 m.

Albatros
Welch gewaltige Spannweite ein Albatros bei seinen Überseeflügen einsetzen kann (und welch geeignete, schmale Form seine Flügel haben), zeigt die Skizze daneben: So weit etwa klaftert - im Verhältnis zum Menschen - der Wanderalbatros. Seine Flügelspannweite beträgt bis zu dreieinhalb Metern.

Man kennt 13 verschiedene Albatros-Arten. Davon kommen 9 ausschließlich auf der Südhalbkugel vor. Im pazifischen Bereich gehen 4 Arten weiter nördlich.

Am bekanntesten ist der Wanderalbatros (Diomedea exulans), der den Seefahrern auf den südlichen Meeren nicht selten begegnet. Gelegentlich taucht auf den Meeren der Nordhalbkugel ein ähnlicher, etwas kleinerer Albatros, der Schwarzbrauen-Albatros oder Mollymauk (Diomedea melanophris), auf. Beide Arten sind im Alterskleid überwiegend weiß gefärbt. Fast gänzlich rußschwarz ist dagegen der relativ kleine Rußalbatros (Phoebetria palpebrata).

Albatrosse verbringen den größten Teil ihres Lebens in der Luft über den Ozeanen. Wie viele Meeresvögel nützen sie geschickt die Luftströmungen über dem Wasser aus, um zu segeln. Auch die durch Schiffe erzeugten Aufwinde werden genutzt, wobei sie - wie Möwen - über dem Heck segeln.

Albatros

Albatrosse ernähren sich von Meerestieren aller Art, vor allem von Tintenfischen. Auch Küchenabfälle von Schiffen werden nicht verschmäht. Die Nahrung wird fast stets von der Wasseroberfläche aufgenommen, wobei sich die Vögel häufig niederlassen.

Während Albatrosse in der Luft elegante Flieger sind, wirken sie auf dem Lande plump. Sie watscheln ungeschickt und haben Schwierigkeiten, im ebenen Gelände zu starten. Normalerweise suchen sie sich daher für den Abflug einen Hang oder Steilabfall aus.

Zum Brüten werden meist unbewohnte Inseln gewählt. Dort nisten die Vögel auch in größeren Kolonien. Bei der Balz vollführen die Partner seltsame, mit Rufen verbundene Bewegungen aus. Das Nest ist eine Mulde am Boden, nicht selten auf einer leichten Erhöhung. Das Weibchen legt zwischen September und Dezember ein einziges weißes Ei, das häufig leicht rötlichbraun gefleckt ist. An der Aufzucht des Jungen beteiligen sich beide Geschlechter. Die Nahrung wird von den Eltern aus dem Magen ausgewürgt. Wenn der Jungvogel anfängt, sein Daunenkleid zu mausern, d. h., wenn dieses durch Federn ersetzt wird, bleibt er lange Zeit allein und lebt dann ausschließlich von seinem Reservefett.