Zoologisches Stichwort

Kormorane

Kormoran

Die Kormorane sind eine Familie (Phalacrocoracidae) in der Ordnung Ruderfüßer (Pelecaniformes). Wie bei Pelikanen und Tölpeln sind bei den Kormoranen alle vier Zehen durch Schwimmhäute verbunden, so dass ein richtiger Ruderfuß entstanden ist. Wir kennen rund 30 Arten auf der Erde, von denen über die Hälfte auf der südlichen Halbkugel leben. Alle sind ans Wasser gebunden, viele leben an Küsten oder auf Meeresinseln. Ihre Nahrung besteht fast ausschließlich aus Fischen und Krebsen.

Das Wort "Kormoran" kommt vom lateinischen Corvus marinus was "Meerrabe" bedeutet. Auch in Deutschland wird der Kormoran gebietsweise als "Wasserrabe" bezeichnet. Dieser Name rührt vom schwarzen Gefieder und der rauhen Stimme unseres Kormorans (Phalacrocorax carbo) her.

In der Größe gibt es zwischen den einzelnen Arten oft große Unterschiede. Die kleinsten sind um 45 Zentimeter, die größten um einen Meter lang. Unser europäischer Kormoran gehört zu den großen Arten. In der Gefiederfärbung aller Arten herrschen schwarze Farbtöne vor. Bei einigen haben die Federn ausgeprägte Schillerstruktur. Viele Formen der Südhalbkugel sind unterseits weiß.

Kormorane sind gesellige Vögel und brüten in Kolonien. Die Nester werden in Wassernähe auf Bäumen, Büschen oder auf dem Boden und an Felsen angelegt. Die an Meeresküsten brütenden Arten bauen ihre Nester aus Tang, Seegras und Guano, während die Baumbrüter Reiser verwenden. Auf einigen Felseninseln mit riesigen Kormorankolonien wird der Guano zu Düngezwecken regelmäßig "geerntet".

Das Gelege besteht meist aus drei bis vier bläulichweißen Eiern mit einem unregelmäßig kreidigen Überzug. Beide Partner brüten abwechselnd. Brutdauer: durchschnittlich etwa vier Wochen. Die Jungen schlüpfen nackt und legen dann ein meist dunkles Dunenkleid an. Mit dem Sprießen des stumpfen Jugendkleides werden die Dunen abgestoßen. Junge Kormorane öffnen im Alter von etwa drei Tagen die Augen. Sie werden von beiden Eltern aus dem Schlund gefüttert. Die Jungen stecken dabei ihre Köpfe weit in den "Rachen" des Altvogels. Mit etwa sieben Wochen verlassen sie den Brutplatz und sind mit rund zwei Monaten voll flugfähig. Mit etwa drei Jahren werden sie geschlechtsreif.

Kormorane sind hervorragende Schwimmer und Taucher. Bei der Jagd unter Wasser rudern sie häufig mit den Flügeln. Haben sie einen Fisch erbeutet, so tauchen sie auf, um ihn zu verschlingen. Nach längerem Aufenthalt im Wasser müssen die Vögel ihr Gefieder trocknen, was in charakteristischer Weise mit gespreizten Flügeln geschieht.

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