Zoologisches Stichwort

Pfauen

Pfau

Pfauen gehören zu den größten Hühnervögeln der Erde. Man kennt drei Arten: den Blauen Pfau (Pavo cristatus), den Ährenträger-Pfau (Pavo muticus) aus Asien sowie den Kongopfau (Afropavo congensis) aus den Urwäldern Zentralafrikas. Alle gehören zur Familie Fasanen (Phasianidae) in der Ordnung Hühnervögel (Galliformes). Die Pfauen werden zwei Unterfamilien zugeordnet, den eigentlichen Pfauen (Pavoninae) und den Kongopfauen (Afropavoninae). Zu der letztgenannten Unterfamilie gehört nur der Kongopfau, der erst 1913 entdeckt wurde.

Als Pfauen werden gelegentlich auch verschiedene Arten von Pfauenfasanen bezeichnet, die aber zu einer eigenen Unterfamilie, den Argusianinae gehören und deshalb hier keinen Platz finden.

Der Blaue Pfau ist schlechthin "der Pfau", den wir aus Parks und zoologischen Gärten kennen. Er stammt aus Indien, von wo er bereits vor viertausend Jahren auf Handelswegen über den Irak ins Mittelmeergebiet gelangte. Dort wurde er als Ziervogel sehr geschätzt. Er ist wahrscheinlich der älteste bekannte Ziervogel. Heute kennt man von ihm verschiedene Farbmutanten bis zu reinem Weiß, bei denen es sich zoologisch aber dennoch stets um den Pavo cristatus, den Blauen Pfau, handelt.

Zum Unterschied vom Blauen Pfau ist der Ährenträger-Pfau überwiegend grün. Die Männchen beider Arten haben lange "Schleppen", die zu einem Rad aufgestellt werden können. Die Weibchen und der Kongopfau besitzen keine Schleppe, können also auch kein Rad schlagen.

Pfauen sind Dschungelbewohner, die in Familienverbänden leben. Das heißt: Ein Hahn hat mehrere Hennen. Morgens und abends suchen die Vögel vielfach ihre Nahrung: Sämereien, Grünzeug und Kleintiere auf den an den Dschungel grenzenden Feldern. Gebietsweise werden Pfauen auch als Vertilger junger Kobras sehr geschätzt.

Die Pfauenhenne legt ihr Nest im dichten Buschwerk, aber auch in verlassenen Horsten großer Vögel auf Bäumen sowie in Nischen an Gebäuden an. Das Gelege besteht aus drei bis fünf weiblichen Eiern, die (nur von der Henne) einen Monat lang bebrütet werden. Die jungen sind Nestflüchter und werden von der Mutter geführt.

Die Lebensweise des Ährenträger-Pfaus ähnelt der des Blauen Pfaus. Der Kongopfau lebt in den Regenwäldern des östlichen Kongobeckens. Er ernährt sich mit Vorliebe von abgefallenen Urwaldfrüchten. Sonst ist er ein Allesfresser. Im Unterschied zu den anderen Pfauen lebt der Kongopfau in Einehe. Die Henne legt ihre zwei bis drei bräunlichen Eier in Mulden am Erdboden oder in starken Astgabelungen. Die Brutdauer beträgt knapp vier Wochen. Nur die Henne brütet. Die Jungen sind Nestflüchter, bleiben aber nach dem Schlüpfen noch ein bis zwei Tage am Brutplatz. Mit etwa 14 Monaten sind sie geschlechtsreif.

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