Zoologisches Stichwort

Tannenhäher

Tannenhäher

Der Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) gehört zur Familie Rabenvögel (Corvidae) in der Ordnung Sperlingsvögel (Passeriformes). Er ist taubengroß und wiegt etwa 200 Gramm. Männchen und Weibchen sind gleichgefärbt, überwiegend dunkel graubraun mit weißlichen Flecken. Der Schnabel ist relativ groß und kräftig. Im Flug fällt der Vogel durch seine weißen Unterschwanzdecken auf, die stark mit dem dunklen Gefieder der übrigen Körperteile kontrastieren. Auch erinnert der fliegende Vogel fast mehr an einen Specht als an einen Häher.

Seine auffallendste Lautäußerung ist ein rauhes"krökrökrö . . .", das der Vogel häufig von erhöhter Warte aus erschallen läßt.

Der Tannenhäher bewohnt höhere Gebirge Mittel- und Osteuropas. Außerdem kommt er in Skandinavien, Nordosteuropa und im nördlichen Asien bis Japan und ins Himalajagebiet vor. Er ist überwiegend Jahresvogel. Hin und wieder wandern Scharen von Tannenhähern der sibirischen Unterart (N. c. macrorhynchos) südwestwärts und tauchen dann auch in Mitteleuropa auf, wo in waldreichen Gebirgen die Unterart N. c. caryocatactes während des ganzen Jahres vorkommt. Die Zuwanderer aus Sibirien sind meist dünnschnäbliger, wobei der Schnabel manchmal leicht aufwärts gebogen erscheint, Dies ist aber kein sicheres Merkmal. Meist fallen die Invasionsvögel durch ihre große Zahl und die Vertrautheit auf, während unsere Tannenhäher - mit Ausnahme derjenigen in verschiedenen Kurorten - allgemein recht scheu sind.

Tannenhäher bewohnen Nadelwälder und Mischwaldungen mit hohem Nadelholzanteil. In den Alpen findet man sie vielfach an der oberen Waldgrenze in der Arvenregion. Im Schwarzwald beispielsweise kommt der Tannenhäher in Tannen-Fichten-Waldungen vor. Die Gäste aus Sibirien können in allen möglichen Biotopen auftauchen. Im Gegensatz zu einer weitverbreiteten Volksmeinung sind solche Vogelinvasionen aus dem Norden oder Nordosten keineswegs Anzeichen für einen kommenden strengen Winter!

Tannenhäher brüten im zeitigen Frühjahr, etwa ab März. In höheren Lagen beginnt die Eiablage jedoch meist erst im April. Das Nest wird sehr versteckt auf Bäumen angelegt und mit Flechten getarnt. Die drei bis vier blaß grünlichweißen, bräunlich gefleckten Eier werden nur vom Weibchen bebrütet, das zu dieser Zeit vorn Männchen gefüttert wird. Die Brutdauer beträgt 17 bis 19 Tage, die Jungen verlassen nach 23 bis 25 Tagen das Nest. Es gibt meist nur eine Brut im Jahr; Ersatzbruten dürften jedoch stattfinden.

Die Nahrung besteht vor allem aus Baumsamen (Arve, Tanne, Kiefer, Eiche, Buche) und Haselnüssen. Daneben werden Insekten, Obst und manchmal kleinere Wirbeltiere und Küchenabfälle verzehrt. Tannenhäher legen Nahrungsverstecke an, in denen sie Futter eingraben.

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