Schwammfischen ist gefährlich

Von den althergebrachten Gebräuchen hat sich im wesentlichen nur die Verwendung als Badeschwamm erhalten.

Schwamm

Doch fand das Badeschwammskelett mehr und mehr technische Verwendung, so daß heute weit über die Hälfte aller Badeschwämme von Industrie, Handwerk und Gewerbe verbraucht werden. Dabei geht es ums Waschen, Filtern, Ölen, Schleifen, Polieren, Anstreichen, Abwischen, Verpacken sowie um Bodenverbesserung und Düngung. Zu den letztgenannten Zwecken wird das Badeschwammskelett zerstückelt oder pulverisiert.

Der Fang von Badeschwämmen ist vor allem im mittleren und östlichen Mittelmeer und im Karibischen Meer weit verbreitet; er wird auch im Roten Meer sowie an den Küsten Madagaskars und der Philippinen betrieben. Gefangen werden die Badeschwämme überwiegend durch Taucher. Denn mit Stechgabeln vom Boot aus erreicht man nicht viele Schwämme, und der Einsatz von Schleppnetzen ist wegen des unebenen, felszerklüfteten Meeresbodens meist nicht möglich.

Der Tauchfang ist seit undenklichen Zeit von Nackttauchern ausgeführt worden, die mit Steinen beschwert und angeseilt vom Boot aus bis in 30 Meter Tiefe hinabtaucht, und dort in zwei bis drei Minuten Schwämme abrissen. Auch vor noch größeren Tiefen sind die Nackttaucher nicht zurückgeschreckt. Dabei passierten oft Unfälle. Die Taucher erlitten durch die enorme Überbeanspruchung nicht selten auch gesundheitliche Schäden. So ist diese abenteuerliche, gefährliche Art der Schwammfischerei kaum noch in Übung. Heute wird der Fang von Badeschwämmen fast ausschließlich von Tauchern in Anzügen und von Schiffen aus betrieben. Es sind in aller Welt meist Griechen, die den Beruf als Schwammfischer ausüben.

Die heraufgebrachten Badeschwämme sind lebende Tiere. Ihr Sponginskelett (Spongin ist eine hornige Substanz) trägt den Weichkörper, der innen gelb und außen fast immer von einer grauvioletten bis schwärzlichlichen Schicht umschlossen ist. An die Luft gebracht, sterben die Tiere rasch ab. Sie werden dann in Süßwasser gelegt, wo der Weichkörper fault; anschließend wird das Sponginskelett durch Treten mit den Füßen oder Auspressen mit den Händen in Süßwasser von den verfaulten Weichteilen befreit und gereinigt. Dann werden die Badeschwämme getrocknet und schließlich mit Scheren auf eine handliche Form zugeschnitten. Je nach der Verwendung, vor allem für die Hautpflege, bleicht man die oft braungelben Skelette mit Wasserstoffperoxid hellgelb.

Badeschwamm