Weiden, Treiben, Tränken

Pusztapferd

Die Herden werden absichtlich weit entfernt vom Brunnen geweidet. Zum Tränken treibt man sie jeweils heran. Diese Übung - hin zum Brunnen und zurück - wird täglich zwei- bis dreimal wiederholt. Das gibt ein kräftiges Herz, gesunde Lungen, eine stramme Muskulatur und elastische Sehnen.

Pusztapferd

Das Weiden, Treiben und Tränken ist die Aufgabe des berittenen Hirten. In der Regel wacht nur ein Mann über eine Herde. Natürlich kennt er seine 50 bis 70 Schutzbefohlenen nicht nur mit Namen, sondern in- und auswendig. Mit seinem eigenen Pferd beschäftigt er sich - auch außerhalb der Arbeitszeit - sehr viel und sehr liebevoll. Es muß besonders schnell und verläßlich sein, damit beide, Pferd und Reiter, in jedem Fall ein aus der Herde ausgebrochenes Tier oder gar die ganze durchgehende Herde überrunden und zurücktreiben können. Es muß auch absoluten Gehorsam zeigen. Zum Beispiel muß ein Csikóspferd auf Befehl (Stups mit dem Knie!) sogleich mit dem linken Vorderbein einknicken, damit der Mann aufsitzen kann. Denn sein Sattel ist keiner, wie wir ihn kennen. Er ist nur ein leichtes Leder- oder Filzstück (Prics) mit Steigbügeln, doch ohne Sattelgurt, und wird lediglich lose aufgelegt.

Darauf sitzen die Burschen dann wie angewachsen in rasendem Galopp, bei blitzschnellen Wendungen und haarscharfem Ausweichen. Ich hab's einmal versucht und weiß jetzt, wie sich die Butter auf der heißen Pellkartoffel fühlt.