Der Mensch ist der Feind

Tapir

Die Zahl ihrer natürlichen Feinde ist nicht groß. Die Tapire sind ja selbst mächtige Burschen: Einen Meter hoch und zwei Meter lang der Schabracken-Tapir, noch größer der Flachland-Tapir. Nur vor den großen Raubkatzen müssen sie sich hüten, zum Beispiel vor Tiger und Jaguar.

Und, natürlich, vor dem Menschen, der ihr Fleisch schätzt und ihre stabile Haut zu Leder verarbeitet. Oder nur ganz einfach Spaß daran hat, die Tiere abzuknallen.

Verdient haben sie das nicht, denn sie nähern sich den Menschen absolut friedlich. In Gefangenschaft werden sie leicht zahm. Junge Tapire, die von ihrer Mutter getrennt wurden, sind schon nach wenigen Tagen so anhänglich wie junge Hunde. In Südamerika kann man zuweilen beobachten, daß Kinder auf zahmen Tapiren reiten. Und die deutschen Siedler, die im vorigen Jahrhundert in Süd-Brasilien zwischen dem Iguaçú und dem Rio Pellas ihr Land bestellten, richteten Tapire sogar als Zugtiere ab.

"Es sind sehr liebe, sehr. verträgliche Tiere, gutmütig wie Ponies", sagt der Tübinger Zoologe Dr. Otto Klee, der sich viel mit ihnen beschäftigt hat. "Eigentlich wären es ideale Haustiere. Aber es ist leider recht aufwendig, sie zu halten. Sie sind nicht anspruchsvoll, doch sie brauchen Wärme und die Feuchtigkeit. Und wer baut schon einen geheizten Swimmingpool für seinen Haus-Tapir?" Also sollte man die Haltung doch lieber den großen zoologischen Gärten überlassen.

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