Wo bringen Laubfrösche wohl den Winter zu?

Von den Waden und dem Bizeps kommen wir auf die Schwimmtechnik des Froschs, die insofern interessant ist, als der Kulturmensch sich mindestens die Fußbewegung des schwimmenden Froschs abgeschaut hat.

Laubfrosch
Laubfrosch im Sprung
Laubfrosch im Sprung

Der Laubfrosch legt beim schnellen Schwimmen und Tauchen die Vorderbeine an den Leib und treibt sich mit den Hinterbeinen in typischer Brustschwimmertechnik vorwärts. Wie man weiß, werden Menschen und Primaten ohne die Fähigkeit des Schwimmens geboren. Menschenaffen ertrinken schlicht, und Naturmenschen bewegen sich nach Art der Caniden durchs Wasser: sie "hundeln". Die Schwimmtechnik des Froschs war hier sicher eine sportliche Offenbarung - wenigstens was die Beintechnik anbetrifft.

Wenn ich in mein Froschhaus schaue, so sitzen jetzt meine 14 Laubfrösche ziemlich gleichförmig auf den Blättern und Ästen herum: sie machen ihren "Schnitzbuckel", ihren runden Rücken, haben Vorder- und Hinterbeine untergeschlagen, und ihre Rückenhaut glänzt vom Drüsensekret wie lackiert. Wenn ich nun den Futterschieber des Behälters öffne und das Fangglas mit Wiesenplankton (Fliegen, Motten, kleine Heuschrecken, Kohlschnaken) ausschüttle, beginnt plötzlich die Kehle der Laubfrösche in raschem Rhythmus zu pochen. Sie heben die Köpfe, bringen die Beine in Startstellung und verfolgen die Beute. Lustig ist, dass die lange Mittelzehe der Hinterbeine dabei vor Erregung ins Zittern kommt. Etwa dreißig Zentimeter ist die Vorzugsentfernung, innerhalb der ein Laubfrosch gern und mit hoher Fangsicherheit auf die Beute springt. Im Terrarium fliegen die Frösche gegen die Scheiben, klappen die (vorn angewachsene) Zunge vor, ziehen die Fliege oder Heuschrecke ins Maul und stopfen (besonders bei den etwas sperrigen Heuschrecken) mit der Hand die Beute nach. Daß die Laubfrösche dabei ohne Schwierigkeiten am Glas kleben bleiben, ist ihre Spezialität: sie haben an den Fingerkuppen aller vier Beine vergrößerte Haftscheiben, die von Drüsen mit Lymphe beschickt werden. Springt ein Laubfrosch gegen die Scheibe, so rutscht er nur wenige Millimeter nach unten, bis die Adhäsion seiner Fingerkuppen (und seines Bauches) ihn zuverlässig festhält. Nur wenn der Frosch vorher im Wasserbecken war, funktioniert die Adhäsion nicht, und er muß erst etwas abtrocknen.