Schildkröten werden alt

Zierschildkröte

Über das Alter, das Schildkröten erreichen können, ist schon viel geschrieben worden. Die Gelehrten sind sich da keineswegs einig.

Fest steht nur, daß manche Schildkrötenarten wesentlich älter werden als der Mensch. Wie es damit bei den Zierschildkröten steht, weiß offenbar niemand. Bekannt ist nur, daß sie maximal eine Größe von 25 Zentimetern erreichen. Wir konnten in Kanada über lange Zeit beobachten, wie langsam sie wachsen. Daraus läßt sich schließen, daß viele von ihnen mindestens ein Menschenalter erleben.

 Es gibt eine Möglichkeit, das Alter von Schildkröten abzuschätzen. Die Tiere sind während ihres ganzen Lebens wechselnden Einflüssen und Bedingungen ausgesetzt, die die Intensität ihres Wachstums fördern oder hemmen. Dazu gehören im wesentlichen das schwankende Nahrungsangebot, mögliche Krankheiten und das jahreszeitlich bedingte Absinken der Temperatur.

Der daraus resultierende unterschiedliche Jahreszuwachs zeichnet sich auf den Schildern des Rückenpanzers in Form von Wachstumsringen ab, die mit den Jahresringen der Bäume vergleichbar sind. Die Zahl der Ringe entspricht dem Alter der Schildkröte. Eine genaue Altersbestimmung durch Zählen der Wachstumsringe ist aber in der Praxis nie möglich, weil die älteren Ringe immer abgenutzt und deshalb nicht mehr oder nur noch sehr undeutlich zu erkennen sind.

In jedem Jahr werden große Mengen von Zierschildkröten verkauft. Die meisten dieser Tiere sind dazu verurteilt, durch falsche Behandlung bald zu sterben. Jeder Terrarienfreund, der die Absicht hat, zur Erweiterung seiner Reptilienkenntnisse Zier- oder Schmuckschildkröten zu halten, sollte sich deshalb vorher genau über die Lebensbedürfnisse dieser Tiere unterrichten. Wichtig ist, daß die Schildkröten beim Kauf nicht zu klein sind und daß man erfährt, aus welchem Verbreitungsgebiet sie stammen. Denn danach richten sich ihre Ansprüche an die Wasser- und Lufttemperaturen. Außerdem fallen Zierschildkröten aus dem südlichen Verbreitungsgebiet nicht in Winterstarre, während Tiere der nördlichen Regionen winterstarr werden und auch in Gefangenschaft im Winter eine Ruhezeit brauchen.