Sie verspeist ihre Haut

Heuschrecke

Nun geschieht etwas Erstaunliches: Die Laubheuschrecke verspeist ihre alte Haut, wie die Bilder auf dieser Seite zeigen.

Heuschrecke

Das Chitin, aus dem diese Haut vorwiegend besteht, ist nämlich in erster Linie aus Zucker- und Eiweißbausteinen zusammengesetzt.

Heuschrecke

Es ist also eine ausgesprochen nährstoffreiche Substanz. Vorausgesetzt, man hat die darauf abgestimmten Magensäfte, um sie zu verdauen. Der Laubheuschrecke macht das keine Schwierigkeiten.

Die äußerste Haut vieler Insekten - die "Kutikula" - besteht nicht aus Körperzellen; sie ist nicht "gewachsen" 'wie etwa beim Menschen, sondern stellt einen verhältnismäßig harten Panzer dar.

Heuschrecke

Der besteht vor allem aus Chitin, einer an sich flüssigen Substanz, die von den Hautzellen ausgeschieden wird und an der Luft erhärtet. Wenn das Insekt während seines Larvenstadiums wächst, kann diese starre Außenhaut nicht mitwachsen. Deshalb muß sie von Zeit zu Zeit abgestreift werden, wonach die Hautzellen eine neue Kutikula bilden.

Bei den Laubheuschrecken und ähnlichen Insekten wird dieser Vorgang eingeleitet, indem bestimmte Drüsen ein "Häutungshormon" absondern. Es veranlaßt die Hautzellen, sich von der sie umhüllenden alten Kutikula zu lösen, sich anschließend zu vermehren und eine neue Kutikula zu bilden.

Weil die alte Außenhaut ein echtes Größenwachstum der darunterliegenden Körperteile verhindert, wächst deren Haut zunächst in kleinen Falten - fast wie der Balg einer Ziehharmonika. Auf diesen Falten bildet sich eine neue Kutikula, die zunächst noch weich ist.

Dann dringt eine sogenannte "Häutungsflüssigkeit" zwischen alte und neue Kutikula. Sie löst den größten Teil der alten Außenhaut von innen auf. Die Abbauprodukte werden der neuen Kutikula zugeführt.

Schließlich bleibt von der alten Kutikula nur ein dünnes Häutchen übrig, das - wie unsere Bilder zeigen - abgestreift wird.

Beim Abstreifen" wächst" die Laubheuschrecke: Der Druck, den sie in ihrem Körper aufbaut, um die alte Kutikula zu sprengen, strafft und streckt auch ihre Körperteile und Gliedmaßen. Die gefaltete Haut glättet sich, das Insekt wird länger. Bei der letzten Häutung entfalten sich auch die Flügel. Erst dann, wenn Luft an die neue Kutikula herantreten kann, wird diese hart und starr.