Der Umgangston ist liebevoll und freundlich

Pusztapferd

Wenn man Pusztapferden einen hervorragenden Charakter nachsagt, so hängt das nur damit zusammen, daß sie so behandelt werden, wie es Pferden behagt.

Hirte

Sie haben viel Freizeit und können ihre Lust- oder Unlustgefühle draußen abreagieren. Die Nächte und besonders kalte Wintertage verbringen sie in großen Laufställen, wo sie sich ungehindert bewegen und niederlegen können.

Auch alles andere ist pferdegerecht. Der Umgangston in ungarischen Gestüten ist vom jüngsten Stallburschen bis zum ältesten Pferdeknecht - gleich ruhig und freundlich, ja liebevoll. Marci, der Hengstpfleger in Máta, siezt sogar seine Anbefohlenen. Es ist rührend, wenn das kleingeratene Männchen dem massigen Hengst ins geneigte Ohr sagt: "Mein Teurer, treten Sie bitte ein bißchen zur Seite!"

Ordnung muß natürlich sein. Für allzu großen Übermut oder Unfolgsamkeit gibt's Peitschenschnitzer. Sollte ein Pusztafohlen starke Neigung zum Schlagen und Beißen entwickeln (das gibt es ab und zu), dann ist man konsequent: Das Tier wird getötet. In freien Herden kann man solche Pferde nicht dulden. Sie verletzen die anderen. Außerdem macht auch bei Pferden das schlechte Beispiel Schule.

Wenn die Fohlen anderthalb bis zwei Jahre alt sind, beginnt ein spielerisches Training. Sie werden in einem Rundpferch über kleinere Hindernisse getrieben, zunächst im Trab, dann im Galopp; erst ohne, später mit aufgelegtem Sattel. Aus den Dreijährigen wählt man dann die Tiere aus, die sich zur Ausbildung als Sportpferd eignen. Für diese beginnt das systematische Training unter dem Reiter, mit viel gütlichem Zureden und mancher Handvoll Extrahafer.