Zoologisches Stichwort

Taranteln

Tarantel

Folgen wir dem allgemeinen deutschen Sprachgebrauch, so sind mit dem Wort "Tarantel" in erster Linie die Apulische Tarantel (Lycosa tarentula) und die Spanische Tarantel (Lycosa hispanica) gemeint, beides Wolfsspinnen (Familie Lycosidae) aus der Ordnung der Echten Spinnen (Araneae). Daneben gibt es in Europa noch einige weitere Tarantelarten; sie alle kommen in den Ländern um das westliche Mittelmeer sowie in Südosteuropa vor, leben in kleinen Erdhöhlen, die sie mit Spinnseide auskleiden, und gehen nachts auf Insektenfang aus. Ihre Beutetiere töten sie mit einem Giftbiß. Entgegen jahrhundertealten Schauergeschichten ist nach heutiger Kenntnis noch kein einziger Mensch durch den Biß einer Tarantel zu Schaden gekommen, geschweige denn gestorben. Ein leichter Schmerz und eine kleine Schwellung (vergleichbar etwa einem Wespenstich) sind im ungünstigsten Falle alles, was der Mensch von einem Tarantelbiß spürt.

Es gibt aber in Südamerika Taranteln wie die Brasilianische Tarantel (Lycosa erytbrognatha) und Lycosa raptoria, die - neben vielen anderen Giftspinnen - für den Menschen gefährlich sind. Ihr Gift zersetzt das Blut und zerstört das Hautgewebe im Bereich der Bißstelle.

Wie bei den meisten Wolfsspinnen tragen bei den Taranteln die Weibchen ihre Eier in einem am Hinterleib befestigten Kokon. Nach dem Schlüpfen kriechen die Jungspinnen auf den Rücken der Mutter und werden von ihr eine Zeitlang (meist bis nach der ersten Häutung) herumgetragen.

Einige Schwierigkeiten gibt es im Sprachgebrauch. Einmal ist es im Englischen üblich, die großen Vogelspinnen der Familie Aviculariidae als "Taranteln" zu bezeichnen. Eine Verwandtschaft besteht jedoch nicht.

Zum anderen gibt es in der Ordnung der Skorpionspinnen (die keine Echten Spinnen sind) eine Familie von Geißelspinnen, die Tarantulidae heißt, mit den Taranteln aber auch nichts zu tun hat. Und drittens: Eine Gattung einheimischer Wolfsspinnen, die heute Alopecosa heißt, trug früher den Namen Tarentula.

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