Spinnentiere

Die Spinnentiere (Arachnida) sind eine Klasse der Gliederfüßer (Arthropoda). Gemeinsam mit den Pfeilschwanzkrebsen bilden sie den Unterstamm der Kieferklauenträger (Chelicerata).

Ihr Körper ist in zwei Teile, Cephalothorax (Kopfbrust) und Abdomen (Hinterleib), unterteilbar. Sie können sowohl deutlich von einander getrennt (z.B. Webspinnen, Skorpione) oder nicht getrennt sein (Weberknechte, Milben). Es sind acht Laufbeine vorhanden; weitere Extremitäten sind zu Werkzeugen wie Giftklauen, Scheren, Taster oder Mundwerkzeuge umgebildet.

Quelle: Wikipedia

Kreuzspinne

Kreuzspinne
Ein Kreuz im Kreuz
Sie üben ein Doppelhandwerk aus: Sie weben zauberhafte Netze aus Seide und betätigen sich damit als Fallensteller. Auch ein Innungszeichen haben sie: Ein Kreuz im Kreuz.
Was man nicht im Kopf hat...
Auch meine Schwiegermutter, die sonst mit unseren Tieren recht verständig umging, konnte sich nur so weit mit der Kreuzspinne im Türrahmen befassen, als sie sich beim Durchgehen bückte, um das kostbare Radnetz nicht zu zerreißen.
Fadenfabrik und Leimwerk
Um das Porträt der Kreuzspinne zu zeichnen, muß ich eine Lupe nehmen. Zwar hat schon Picasso Gesichter gemalt, bei denen die Augen überall sitzen, nur nicht da, wo sie hingehören, doch ist ein Spinnengeschau für den Laien durchaus eine Überraschung.
Von Kirchturm zu Kirchturm
Menschen können ein Tierverhalten immer dann am besten begreifen, wenn sie es - ohne zu verfälschen - auf menschliche Maßstäbe beziehen. So hat man sich eine Kreuzspinne, die ihr Netzgerüst anlegt, als Seiltänzerin vorzustellen.
Elegante Lösung
Hat die Spinne nach vielen Umläufen mit dem Klebefaden endlich das Gerüst erreicht, so baut sie es ab, frißt es auf oder wirft es einfach weg. Das eigentliche Fangnetz ist nun fertig und - wie ich fürchte - die Geduld des Lesers am Ende.
Rotationstrick
Unsere Kreuzspinne, die in der oberen Ecke des Türrahmens ihr Netz gespannt hatte, war so vertraut geworden, daß ich sie von Hand füttern konnte. Ich brauchte nur eine Fliege zwischen die Fingerspitzen zu nehmen.
Zoologisches Stichwort
Kreuzspinnen (Gattung Araneus) sind Arten der Familie der Radnetzspinnen (Araneidae), die zur Ordnung der Echten Spinnen oder Webespinnen (Araneae) gehört.

Tarantel

Tarantel
Liebevolle Beißzange
Den Ehemann frißt sie, aber ihre Kinder trägt sie auf Händen. Besser gesagt: Auf dem Rücken. Die Tarantel ist eine seltsam fürsorgliche Mutter. Und so giftig, wie meist abgenommen wird, ist sie gar nicht.
Tarantel-Rummel
Taranteln gibt es in der ganzen Welt. In Europa kann man verschiedene Arten treffen - unter anderem die spanische (die ich bei Toledo gefunden hatte), eine südfranzösische, die ihren Namen nach der Stadt Narbonne hat, und auch eine südrussische.
Nicht schlimmer als ein Wespenstich
Wie steht's aber nun wirklich um das Tarantelgift? Wenn Sie das Porträtfoto ansehen, entdecken Sie an den Seiten der beiden brandroten Bärte je eine rote, gebogene Klinge - ähnlich einem Türkensäbel. Man nennt diese Giftklauen Chelizeren.
Männchen leben gefährlich
Natürlich ist Lycosa eine Räuberin, doch ist zu vermerken, daß sie nur soviel Beute fängt, wie sie gleich fressen kann. Da sie als Wolfsspinne für Beutefang keine Seide zur Verfügung hat, um, wie es unsere Kreuzspinne tut.
Liebe zum Kokon
Ich habe schon mehrere Taranteln, die begattet waren, im Terrarium gehalten, und immer habe ich die Damen entweder ohne oder aber schon mit fertigem Kokon angetroffen. Es ist purer Zufall, daß man dazukommt, wenn eine Tarantel ihren Kokon baut.
Intensive Brutpflege
Eine zoologische Grundregel besagt, daß nur solche Lebewesen intensive Brutpflege betreiben, deren Kinderzahl begrenzt ist auf etwa eins bis zwanzig.
Spinnenmutter als Kinderomnibus
Im Spätsommer, meist im Laufe des Septembers, wird die Tarantelin zur "Vollmutter". jetzt bricht der Kokon auseinander, und es entquellen ihm um die zweihundert Kinder - so etwa, wie sich in der Schulpause blitzartig der Schulhof füllt.
Zoologisches Stichwort
Folgen wir dem allgemeinen deutschen Sprachgebrauch, so sind mit dem Wort "Tarantel" in erster Linie die Apulische Tarantel (Lycosa tarentula) und die Spanische Tarantel (Lycosa hispanica) gemeint.