Zoologisches Stichwort

Rotkehlchen

Das Rotkehlchen (Erithacius rubecula) gehört zur Familie Sänger (Muscicapidae) und hier wieder zur Unterfamilie der Drosselartigen (Turdinae), zu der auch die Nachtigall zählt. Wie diese wird auch das Rotkehlchen zur Ordnung Sperlingsvögel (Passeriformes) gerechnet.

Das Rotkehlchen ist etwas kleiner als ein Spatz und wiegt etwa 16 Gramm. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Die Oberseite ist olivbraun, Stirn, Kehle, Brust und Wangen sind roströtlich, an den Brustseiten bläulichgrau gerandet. Jungvögel haben kein Rot im Gefieder, sondern sind ober- und unterseits heller und dunkler bräunlich gefleckt.

Rotkehlchen

Rotkehlchen halten sich viel am Boden und im Unterholz auf, wo sie häufig in großen Sprüngen umherhüpfen und vielfach knicksende Bewegungen ausführen. Erregt, lassen die Vögel ein metallisches "Schnickern" hören. Der Gesang wird vor allem abends und morgens von erhöhter Warte aus vorgetragen und besteht aus klangreinen, hohen Flötentönen, die mit "perlenden" Strophen abwechseln. Das Lied hat einen etwas wehmütigen Charakter und gehört zweifellos zu den schönsten Vogelgesängen.

Das Rotkehlchen ist in Europa weit verbreitet. Die meisten sind Teilzieher, die in Westeuropa und im Mittelmeerraum überwintern. Einige bleiben auch während des Winters bei uns, und manche nördlichen Rotkehlchen überwintern bei uns, während "unsere" weiter südlich ziehen.

Rotkehlchen bewohnen Wälder aller Art, vor allem feuchte Waldungen, Auwälder, Parks, buschreiche Gärten und Feldgehölze.

Die Männchen singen im zeitigen Frühjahr sehr eifrig und grenzen ihre Reviere ab. Eindringlinge werden heftig attackiert und vertrieben. Die gleichgefärbten Weibchen geben sich durch bestimmte Verhaltensweisen zu erkennen und werden dann nicht vertrieben. Eine zur Schau gestellte rote Brust löst jedoch stets Aggression aus. Das Nest wird in Nischen und Höhlungen, meist am Erdboden, unter Wurzeln und Grasbüscheln angelegt. Gelegentlich baut das Rotkehlchen auch in weiten Höhlungen über der Erde, in alten Stämmen oder Mauern, wie auch in aufgehängten Halbhöhlen. Die vier bis acht weißlichen Eier mit rötlichen Punkten werden nur vom Weibchen 13 bis 14 Tage lang bebrütet. Die Jungen verlassen nach rund zwei Wochen, kaum flugfähig, das Nest. An der Aufzucht beteiligen sich beide Partner. Meist gibt es zwei Bruten im Jahr.

Die Nahrung besteht aus Insekten, Spinnen, Würmern und im Herbst aus Beeren aller Art. Die Vögel kommen im Winter auch an Futterhäuser.