Die besten Fischer im Donaudelta

Dass sich Pelikane mit dem Schnabelhaken die Brust aufreißen, um ihre Jungen zu atzen - das ist Legende. Wie sie den Haken benutzen, um ihren Schnabel zur perfekten Fischreuse zu machen - das lesen Sie hier.

Pelikan
Pelikan

Die schmale Schotterpiste folgt den Windungen des südlichen Deltaarms Sfintul Gheorghe am Fuße rundgeschliffener Dobrudschaberge. Die Namen der Dörfer hier am Donaudelta klingen fremd: Mahmudia, Murighiol - Erinnerungen an die Türkenzeit. Doch der Alte vor dem weißgetünchten Häuschen, wo wir um Quartier nachfragen, spricht russisch; ein Lipowane, Zugehöriger einer altrussischen Sekte, die sich im vorvorigen Jahrhundert hierher nach Rumänien flüchtete.

Hinter dem Garten beginnt die Wildnis. Drüben, am Ufer des Murighiolsees, weiden Kühe im Schilf. Davor ein lockerer Pulk weißer Vögel, den wir für die dörfliche Gänseherde halten. Petru Sacharenku, unser Wirt, lacht: "Pelicano!" Da leben sie, sozusagen vor der Haustür, diese riesigen Schwimmvögel, von denen männliche Exemplare die stattliche Länge von 1,80 Meter erreichen, bei einer Flügelspannweite von über zwei Metern. Das Gefieder ist bis auf die schwärzlichen Handschwingen weiß und jetzt, zur Brutzeit, rosa überhaucht. Löffel-, Kropf-, Beutel- oder Meergans nennt man den gemeinen Pelikan: auch Ohnvogel, vielleicht als Verballhornung des lateinischen Namens, Pelecanus onocrotalus.