Zoologisches Stichwort

Kaninchen

Kaninchen

Das Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) ist die Stammform des Hauskaninchens ("Stallhase"). Es gehört zur Familie Hasen (Leporidae) in der Ordnung Hasenartige (Lagomorpha).

Wildkaninchen sind braungrau mit rötlich-ockerfarbenen Haaren im Nacken. Durch Einkreuzen mit domestizierten Formen können auch in freier Wildbahn Farbabweichungen auftreten. Die Ohren sind kürzer als beim Hasen und haben auch keine dunklen Spitzen. Die Gesamtlänge beträgt etwa 50 cm, das Gewicht um 2 kg; Wildkaninchen sind also deutlich kleiner als manche Stallhasenrassen. Ursprünglich kamen Wildkaninchen nur im westlichen Mittelmeerraum vor. Aber schon im Altertum wurden sie in anderen südeuropäischen Ländern und im Mittelalter in Mitteleuropa eingebürgert. Nördlichstes Vorkommen: Südschweden, Südwestnorwegen (Inseln!) und Großbritannien. In Mittel- und Westeuropa gebietsweise durch Myxonnatose (Viruskrankheit) stark dezimiert. Einbürgerungen fanden auch in Australien und Neuseeland statt, wo die Tiere gebietsweise zur Plage wurden.

Kaninchen bewohnen trockene und warme Gebiete. Sie sind empfindlich gegen naßkaltes Wetter und strenge Winter. Bei uns findet man sie besonders in sandigen Gebieten, wie Kiefernheiden und Dünengelände, aber auch in Schrebergärten, an Bahndämmen und so weiter. In Südeuropa leben sie vielfach an warmen, felsigen Hängen.

Wildkaninchen sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Sie leben in Kolonien, die weitverzweigte Gangsysteme anlegen. Auch Felsspalten werden benutzt. Wo sie keine Höhlen graben können, dienen Felsbrocken und dichtes Buschwerk als Schlupfwinkel.

Die Fortpflanzungszeit dauert etwa von Februar bis Oktober. Das im Bau oder an einer anderen geschützten Stelle angelegte Nest wird mit dürrem Gras und Bauchwolle, die sich das Weibchen ausrupft, gepolstert. Die Tragzeit beträgt etwa vier Wochen. Die fünf bis zwölf Jungen werden nackt und blind (im Gegensatz zu Feldhasen!) geboren. Mit zehn Tagen öffnen sie die Augen. Etwa drei Wochen lang werden sie gesäugt und sind mit gut einem Monat selbständig. Schon mit acht bis zehn Monaten sind Kaninchen geschlechtsreif. Im Jahr finden vier bis sechs Würfe statt. Somit ist zu erklären, weshalb sich Kaninchenpopulationen so rasch vergrößern ("Sie vermehren sich wie die Karnikel!").

Kaninchen können achht bis zehn Jahre alt werden, sie kreuzen sich leicht mit Hauskaninchen, aber nicht mit Feldhasen. Sie sind Pflanzenfresser, die neben Kräutern auch Wurzeln verzehren. 

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