Futterneid wird groß geschrieben

Besonders ärgerlich ist es für die Eingeborenen, daß diese Affen viele Nahrungsmittel verderben.

Beobachtet man eine Meerkatze beim Fressen, dann fällt auf, daß sie nur die besten Stücke heraussucht, daran herumnascht und die Hälfte des Zerkauten wieder ausspuckt oder aus den Mundwinkeln herausfallen läßt. Wenn dann noch ein Viertel der Frucht übrig ist, wirft sie diese mit einer fast verächtlich wirkenden Geste weg.

Meerkatze
Meerkatze

Sind gar Artgenossen in der Nähe, dann läßt sie der Futterneid überhaupt nicht zum richtigen Fressen kommen. Der andere könnte ja etwas Besseres gefunden haben! Das muß man ihm abjagen - sofern der andere der Schwächere ist.

Bei den Meerkatzen, die ja in Herden leben, herrscht eine ausgesprochene Rangordnung. Der Rudelchef, das stärkste Männchen, beherrscht die Szene. Nichts geschieht, ohne daß er es wahrnimmt. Oft genügt schon seine Stimme, um Gehorsam zu erzwingen. Gelegentlich greift er unter heftigem Gekeife handfest ein und jagt ein unfolgsames Tier so lange in der Gegend herum, bis es seine Unterwürfigkeit zeigt.

Die dabei ausgeteilten Bisse gehen aber nicht bis auf die Haut. Es genügt, wenn sie das Fell treffen.

Nur Jungtiere und Halbwüchsige haben Narrenfreiheit. Sie dürfen sich vieles leisten und unterstehen nur der Befehlsgewalt ihrer Mutter, die sie keinen Moment aus dem Auge läßt.