Zoologisches Stichwort

Piranhas

Piranhas
Piranhas sind zwar wild, aber viele Leute halten selbst die vier am schlechtesten beleumundeten Arten im Aquarium. Allerdings braucht man dazu sehr große Becken, in denen man nur ein bis zwei Piranhas und einige wenige andere Gesellschaftsfische unterbringen kann. Und: Neben Würmern und Mückenlarven muss man unbedingt auch Fleisch und Fisch füttern. Übrigens sind Piranhas selbst ein Leckerbissen. Allerdings braucht man eine besondere Ausrüstung. Angelschnüre und Netze beißen sie durch. Man muss sie mit Stahldraht fischen.

"Piranhas" ist eine volkstümliche Bezeichnung aus der indianisch-portugiesischen Mischsprache Südamerikas für mehrere Arten verwandter Süßwasserfische. Der Name bezieht sich in der Ordnung der Karpfenfische (Cypriniformes) und der Unterordnung der Salmler (Characoidei) auf etwa 20 Sägesalmler (Familie Serrasalmidae; Unterfamilie Serrasalminae). Diese Fische bevölkern die großen Flussbecken Südamerikas östlich der Anden bis in den Norden Argentiniens. Sie stehen in dem Ruf großer Angriffslust. Gefährlichkeit und Fressgier, doch enthalten viele Berichte über Piranhas mehr Legenden als Tatsachen. Von den rund 20 Sägesalmlern sind es überhaupt nur hier, auf die das landläufige Bild und die Vorstellung von Piranhas annähernd zutreffen: der Piraya (Serrasalmus piraya), mit Längen bis zu 60 cm die größte Art; Natterers Sägesalmler (Serrasalmus nattereri), bis zu 30 cm lang, der häufigste und am weitesten verbreitete Piranha; der Gefleckte Sägesalmler (Serrasalmus rhombeus), bis 35 cm lang; der Schwarze Piranha (Serrasalmus niger), ebenfalls bis 35 cm lang.

Piranhas sind verhältnismäßig schmale, hochrückige Fische mit einer sehr langen Afterflosse und knochenloser Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse. Auffallend ist ihr großes Maul, das nach Raubfischart unterständig ist: Der Unterkiefer ragt weiter vor als der Oberkiefer. Die Kiefer sind sehr starkknochig und ringsum bezahnt. Die Einzelzähne sind dreieckig, so dass das ganze Gebiss wie eine doppelte Säge erscheint. Da die Einzelzähne spitz und messerscharf, die Kieferknochen stark und die Kiefermuskeln kräftig sind, ist das Gebiss der Piranhas außerordentlich wirksam. Diese Fische können mit einem Zuschnappen ganze Fleischstücke aus Beutetieren herausschneiden und mit einem kräftigen Biss fingerdicke Knochen zertrennen. Ihre Aufmerksamkeit wird durch jedes Zappeln im Wasser erregt, und wenn dann von solchen Lebewesen noch ein Geschmack nach Blut oder anderen Körpersäften ausgeht, dann sind die Piranhas blitzschnell in großer Zahl zur Stelle. Man ist sich nicht ganz darüber im klaren, ob es sich dabei um echte Schwärme oder zufällige Gesellungen handelt; auf alle Fälle stürzen sich die versammelten Piranhas gemeinsam in wilder Fressgier auf ihr Opfer und zerfleischen es.