Zoologisches Stichwort

Zitteraal

Zitteraal

In der Familie der Zitteraale (Electrophoridae) findet sich nur eine Gattung (Electrophorus), die wiederum nur eine Art umfaßt, den Zitteraal (Electrophorus electricus). Er gehört zusammen mit den Messeraalen (Familie Gymnotidae) und einigen weiteren Familien in die Unterordnung Gymnotoidei, die zu den Karpfenfischen (Ordnung Cypriniformes) zählt. Der Zitteraal ist ein Süßwasserfisch, der in weiten Teilen des nördlichen und mittleren Südamerika lebt, vor allem im Amazonas- und Orinokogebiet.

Der Zitteraal ähnelt mit seinem bis über zwei Meter messenden, langgestreckten Körper sehr einem Aal, ist aber mit diesem nicht verwandt. Auch die Beflossung, von der nur zwei kleine Brustflossen und die als langer Flossensaum ausgebildete Afterflosse funktionstüchtig sind, erinnert an Aale. Bei der inneren Anatomie zeigt der Zitteraal aber ganz eigene Züge. Die Eingeweide sind auf einen kleinen Teil des vorderen Rumpfes zusammengedrängt, so daß weit über die Hälfte des Körpers für das typische Organ des Zitteraals zur Verfügung steht, für sein elektrisches Organ. Mit diesem im nebenstehenden Bericht genau beschriebenen Organ lähmt oder tötet der Zitteraal seine Beute, wie Lurche, Fische und Krebse, wehrt Angreifer ab und orientiert sich - nach Art der elektrischen Echopeilung - über seine Umgebung. Denn die Augen der Zitteraale sind klein und schwach und werden mit zunehmendem Alter immer schwächer. Überdies sind die Wohngewässer der Zitteraale meist trübe.

Klein und wenig leistungsfähig sind auch die Kiemen des Zitteraals. Sie reichen bei weitem nicht aus, das Tier mit genügend Sauerstoff zu versorgen. Dafür ist aber die Mundhöhle reichlich durchblutet und funktioniert als "Hauptlunge": Der Zitteraal kommt immer wieder an die Wasseroberfläche und nimmt Luft auf, der in der Mundhöhle der Sauerstoff für den Stoffwechsel entnommen wird. Hindert man den Zitteraal an der Aufnahme atmosphärischer Luft, so geht er rasch ein.

Über die Fortpflanzung der Zitteraale ist nicht viel bekannt. Sie verlassen zu Beginn der Regenzeit ihre Wohn- und Jagdgewässer und kehren nach Beendigung des Regens mit einem kleinen Schwarm von Jungen zurück. Daß ihre Weibchen den Nachwuchs lebend gebären, ist eine Vermutung, die noch nicht bewiesen werden konnte.

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