Öl im Wasser bringt Pinguine um

An der argentinischen Atlantikküste gibt es mehrere Naturschutzgebiete, von denen die Isla de los Pájaros und Punta Tombo in der Provinz Chubut sowie Küstenstriche bei Puerto Deseado in der Provinz Santa Cruz für den Seevogelschutz von besonderer Bedeutung sind.

Pinguin

Einige Schutzgebiete werden - zumindest in der Brutzeit - mit einem hauptamtlichen Naturschutzwart (Guardafauna) besetzt. Außerdem besteht auf Punta Loma, unweit der Stadt Puerto Mádryn, ein Informationszentrum der örtlichen Touristenbehörde. Dort wird in anschaulicher Form die Bedeutung der Lebensgemeinschaften im patagonischen Küstenraum erläutert und auf spezielle Naturschutzprobleme hingewiesen. Das Zusammenspiel zwischen Naturschutz und gelenktem Tourismus hat sich in Argentinien überhaupt als sehr günstig erwiesen. Es gibt Seevogelschutzgebiete, deren Besuch (meist unter Leitung des Guardafauna) nur auf gekennzeichneten Wegen, die nicht verlassen werden dürfen, möglich ist. Man kann beispielsweise die etwa eine Million Vögel umfassende Kolonie von Magellan-Pinguinen auf Punta Tombo besichtigen, wenn man sich an den vorgeschriebenen Weg hält.

Dennoch drohen einer Anzahl von Vogelarten auch in Patagonien Gefahren. An erster Stelle steht die Ölpest, der viele Seevögel vor allem Pinguine und Kormorane - zum Opfer fallen. An einer Bucht der Punta Tombo sahen wir ein erschütterndes Bild von unzähligen toten oder sterbenden, total verölten Magellan-Pinguinen. Trotz Verbot werden in diesen menschenfernen Küstengewässern immer wieder Ölrückstände ins Meer entlassen. Eine weitere Gefahr droht den Pinguinen durch Geschäftsleute, die die Kolonien "nützen" wollen. Angeblich bestanden Pläne - im Zusammenhang mit einer deutschen Firma - alljährlich eine größere Zahl der Pinguine vor Punta Tombo abzufangen und zu "Pinguinpelzen" für Pantoffeln, Handschuhe usw. zu verarbeiten. Die Vögel waren nämlich nur auf dem Land geschützt. Wenn Fischer sie draußen auf See abgefangen hätten, wäre nichts dagegen zu machen gewesen. So wurden vor ein paar Jahren bei Puerto Deseado Pinguine massenweise umgebracht - nur weil sich danach eine Pariser Firma einen Modegag durch Produkte aus Piguinleder versprach.

In der Zwischenzeit ist bei Punta Tomba aber glücklicherweise auch das Küstengewässer völlig geschützt. Doch ist es ja leider nicht ausgeschlossen, daß tüchtige Geschäftsleute anderswo Lücken in den Schutzbestimmungen finden und ausnutzen.

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