Uhu-Hochzeit in freier Wildbahn

Uhu-Mutter mit ihren Kindern
Bald nur noch im Museum zu besichtigen? Eine Uhu-Mutter mit ihren Kindern in einer Felshöhle.
Uhu

Wir standen auf einer kleinen Felsplattform und genossen den Sonnenuntergang. Etwa hundert Meter von uns entfernt erhob sich eine steile Felszacke, ziemlich genau im gelbgleißenden Sonnenball.

Wir schauten mit den Gläsern hinüber und stießen uns wortlos mit den Ellenbogen an: Auf dem Fels saß ein großer Uhu, ein Weibchen, das sich niederduckte und erregt mit den Flügeln zitterte. Ein kleinerer Uhu, das Männchen, ruderte durch die Luft heran, ließ sich, mit den Schwingen balancierend, auf dem Rücken des Weibchens nieder, welches regungslos verharrte. Wir wurden Zeuge einer Uhu-Hochzeit in freier Wildbahn. Ich hätte dieses Erlebnis nie mitzuteilen gewagt, wenn ich nicht an dem Protokoll hätte mitarbeiten dürfen, das wir zum Beweis sofort anfertigten. Es wurde, wie Wissenschaftler das eben so machen, etwas dürr im Ausdruck, aber ungeheuer exakt.