Zoologisches Stichwort

Eisfische

Eisfische sind eine Familie (Chaenichthyidae) der Antarktisfische (Unterordnung Notothenoidei) in der Ordnung der Barschartigen Fische (Perciformes). Bis heute sind 18 Arten von Eisfischen bekannt, die alle folgende Körpermerkmale gemeinsam haben: keine Schuppen vorhanden; jederseits nur eine Nasenöffnung; Bauchflossen vor den Brustflossen gelegen; Flossen ohne Stachelstrahlen; Rippen knorpelig.

Während diese Eigenschaften durchaus im Rahmen der Vielfalt der Erscheinungen in der Klasse der Fische liegen, fallen die Eisfische durch eine weitere Eigenschaft völlig aus dem Rahmen: Sie besitzen in ihrem Blut keine roten Blutkörperchen. Dadurch erscheint ihr schuppenloser Körper farblos-durchscheinend wie Eis. Der Wissenschaft gab das Fehlen des Atmungsfarbstoffs Hämoglobin ein Rätsel auf. Denn ein Blut ohne rote Blutkörperchen kann Sauerstoff nicht chemisch in größerer Menge binden, sondern nur in kleinen Mengen physikalisch lösen.

Eisfische kompensieren das durch die starke Anreicherung des sehr kalten Wassers mit Sauerstoff und die Fähigkeit der ebenso kalten Blutflüssigkeit, verhältnismäßig viel Sauerstoff aufzunehmen - auch über die Haut. Überdies ist bei den Eisfischen die Blutmenge relativ groß und die Pumpleistung des Herzens liegt etwa um den Faktor zehn über der vergleichbarer Knochenfische.

Noch ein weiteres Rätsel geben die Eisfische auf. Sie leben in Wasser, das dauernd fast -2° C kalt ist, ohne dass ihre Körpersäfte gefrieren. Bei der Suche nach Stoffen, die als "Gefrierschutzmittel" im Fischkörper wirksam sein könnten, stieß man auf mehrere Glycoproteine, die nicht zum Normalstoffwechsel der Fische gehören. Die Zucker-Eiweiß-Moleküle verhindern die Kristallbildung der Wassermoleküle.