Zoologisches Stichwort

Flussaal

Flussaale (Anguillidae) sind eine Familie schlangenförmiger Knochenfische in der Ordnung der Aalfische (Anguilliformes). An ihrem langgestreckten, drehrunden Körper fehlen die Bauchflossen. Die Brustflossen befinden sich seitlich hinter dem Kopf. Die Rücken-, Schwanz- und Afterflossen bilden einen geschlossenen, unpaaren Flossensaum, der den Hinterkörper oben und unten auf mehr als der Hälfte seiner Länge umgibt. In allen Flossen fehlen Hartstrahlen. Die Haut der Flussaale ist schleimig und nackt; tief innen liegen mikroskopisch kleine Rund- oder Cycloidschuppen. Das Blut der Aale ist giftig, wenn es in eine Wunde gelangt. Es enthält ein Nervengift (Neurotoxin), das aber beim Kochen, Braten und Räuchern zerstört wird.

Flussaale sind Wanderfische. Sie leben im Süßwasser und ziehen zur Fortpflanzung ins Meer. Fische, die zum Laichen ins Meer wandern, nennt man katadrome Wanderfische. Nach dem Schlüpfen aus dem Ei wandern die Aallarven zurück, erreichen als durchsichtige Glasaale das Süßwasser und wachsen über das Freßstadium der Gelbaale zu den erwachsenen Blankaalen heran. Blankaale werden für den Verzehr gefangen; Glas- und Gelbaale fängt man, um sie als "Aalbrut" und "Satzaale" in Fischgewässern auszusetzen.

Wenn man Flussaale am Abwandern ins Meer hindert, können sie ein Alter von 40 bis 50 Jahren erreichen, allerdings ohne geschlechtsreif zu werden. Blankaale, die vor der Abwanderung ins Meer stehen und deren Verdauungsorgane schon zurückgebildet sind, kann man bis zu vier Jahre lang ohne Nahrung in Aquarien halten.

Es sind 16 Arten von Flussaalen bekannt, die in allen Teilen der Erde und Ozeane vorkommen, mit Ausnahme des Südatlantik und Ostpazifik. Die bekannteste und wirtschaftlich wichtigste Art ist der Europäische Flussaal (Anguilla anguilla). Ihm nahe verwandt ist der Amerikanische Flussaal (Anguilla rostrata), der wie sein europäischer Vetter im Sargasso-Meer laicht, dessen Larven aber zum amerikanischen Festland ziehen. Sein Fleisch wird bei weitem nicht so als Delikatesse geschätzt wie das des "Europäers".

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