Die großen Räuber werden immer kleiner

Der Hecht ist der gewaltigste Raubfisch in Europas Seen und Teichen. "Hai der Binnengewässer" nannte ihn der alte Vater Brehm.

Hecht

Aber es geht rückwärts mit dem Hecht. Er erreicht kaum noch mehr als einen guten Meter Länge. Schon das ist selten.

Warum?

"Einen Hecht habe ich geangelt! So einen Kerl! Anderthalb Meter lang, fünfundsechzig Pfund schwer!"

Anglerlatein? Es kommt darauf an. In Nordamerika wäre so etwas möglich. Der Hecht Muskalunge (Esox masquinongy), der dort zu Hause ist, weist Vertreter dieser Größe auf. Von Zwei-Meter-Exemplaren wird erzählt; sogar von Tieren, die zweieinhalb Meter messen. (Die größten Hechte sind übrigens immer die Weibchen.)

Bei uns? Schon Exemplare von anderthalb Meter Länge sind selten geworden. Im vorigen Jahrhundert waren sie nichts Ungewöhnliches. Alfred Edmund Brehm, der Anvater der modernen Tierbeschreibung, berichtet in seinem vor hundert Jahren erschienenen "Tierleben" sogar von zwei Meter langen Hechten, die es in Europa zu angeln gäbe.

Werden die Hechte denn kleiner?

Sie werden. Das hängt mit ihrer Gefräßigkeit zusammen.

Der Hecht ist nicht nur ein gefährlicher Räuber, sondern auch ein unersättlicher.